Die Fahrt nach Tahiti

Kassel. Die 1987 von Lucius Burckhardt zusammen mit der studentischen Projektgruppe Spaziergangswissenschaft in Kassel inszenierte »Fahrt nach Tahiti« wird in zahlreichen Publikationen angeführt als der Ur-Spaziergang der Spaziergangswissenschaft. An sich schon Grund genug, diesen die Anfänge der Spaziergangswissenschaft in besonderer Weise markierenden Walk in eine zeitaktuelle Form zu übersetzen. Bemerkenswerte Bedeutung entwickelte die Spaziergangswissenschaft zudem für die diesjährige documenta 14. Dessen Leiter Adam Szymczyk erklärte in einem seiner ersten Interviews: „Burckhardt […] hat sich mit der Landschaft auseinandergesetzt, und seine Methoden sind sehr künstlerisch. […] Er verließ den Seminarraum, um sich bewegend der Wirklichkeit anzunähern […] Und diese Ideen finde ich auch für meine Documenta interessant: dem gesetzten Rahmen zu entkommen und sich selbst zu verlieren.” (DIE ZEIT, 27.12.2013 Nr. 01) Einige Aquarelle von Burckhardt werden während der documenta 14 gezeigt werden. Bereits zuvor werden in monatlich stattfindenden Veranstaltungen im Workshop-Raum „Peppermint“ ausgewählte Bücher aus Burckhardt’s Bibliothek ausgepackt und gelesen.

Rechtzeitig zum dreißigsten Jahrestag wird die »Fahrt nach Tahiti« von Bertram Weisshaar mittels dem Medium Audio-Walk neu aufgelegt. Damit wird es nun möglich, mittels Kopfhörer den damaligen Spaziergang in dem Naturschutzgebiet Dönche in Kassel individuell nachzuvollziehen: Die selben Textauszüge aus Georg Forster’s „Reise um die Welt” werden vom selben Schauspieler gesprochen an den selben Orten zu hören sein. Einige zusätzliche Hörstationen ergänzen Hinweise zur Aktualisierung der Frage „Warum ist Landschaft schön?”, die sich durch die Veränderungen in der Landschaft während der letzten drei Jahrzehnte ergeben.
Veröffentlicht wird »Die Fahrt nach Tahiti« zu Anfang Juni 2017 auf der Plattform talk-walks.de

 
 
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