Latente Landschaften
Latente Gärten
Braunkohlentagebau Goitzsche vor dessen Flutung; 30 Meter unterhalb des heutigen Wasserspiegels; 1998.
Gartenimprovisation `Sprawl Garden´
auf Brachengrundstück im Leipziger Osten; 2002.
Was ist `Landschaft´? Sie ist durchaus nicht absolut,
sondern im höchsten Grade artifiziell. Sie existiert nicht einfach an
sich. Erst in unserem Blick, durch die Art und Weise, wie wir unsere Umgebung
betrachten, entsteht in unserer Wahrnehmung ein Bild einer Landschaft. Die
Merkmale unserer Umgebung, die wir zu einem Ensemble zusammenfügen, sind
zwar bereits vorhanden, zu einer geschlossenen `Landschaft´ werden sie
aber erst durch unsere vorgeprägte Betrachtungsweise.
In der Regel erkennen wir nur jene Landschaften, die wir zu sehen `gelernt´
haben. Doch wie kommen wir zu neuen Landschaftsbildern, zu neuen Vorstellungen
von Landschaft?
Das Atelier Latent betreibt zur Erkennung und Analyse noch unentdeckter -
latenter - Landschaftsbilder die Spaziergangsforschung.
Gärten sind Bedeutungsträger. Dadurch unterscheiden
sie sich von blosen, schmückenden Anpflanzungen. Doch Bedeutungen sind
mitunter von flüchtigem Charakter. Was bleibt, wenn ein Garten seine
Bestimmung verliert oder sie in Vergessenheit gerät? Dann nützen
ihm auch die prächtigsten Blütenpflanzen nicht weiter.
Das Erlernen von Aufmerksamkeit und neuer Lesearten für latente Orte
zaubert die Bedeutungen an die Oberfläche unserer Wahrnehmung.
Das Atelier Latent widmet sich dieser Kunst.
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