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15. und 16. Tag |
Von Witzenhausen nach Kassel |
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| Gestern bekam ich Probleme mit einer Blase am linken Fuß. Trotz der angebrachten Pflaster schmerzt der Fuß auch heute. Nach sechs Kilometern habe ich die Nase voll, entschließe mich, einen Bus zu nehmen. Ich finde eine Haltestelle, doch Sonntags fährt kein Bus. Was bleibt mir übrig - mit etwas langsameren Schritten gehe ich weiter und konzentriere mich, den Fuß unverkrampft abzurollen. Allmählich geht es sogar wieder besser. Gegen 17.00 Uhr erreiche in Wolfhagen eine Straßenbahnhaltestelle. Geschafft. |
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Licht, Luft und
Sonne. An der verabredeten Endhaltestelle "Hessenschanze"
treffe ich Herrn Sven König vom Verein "Luftbad Waldwiese".
Er bringt mich zum Luftbad im Kasseler Habichtswald. Diese entspricht noch
weitgehend der Anlage wie sie 1929 errichtet wurde. Zwei Wiesen, 16 von
Hainbuchenhecken eingefasste Hütten und ein kleines Schwimmbassin fügen
sich versteckt in den hoch gelegenen Waldhang ein - zusammen ein seltenes
bauliches Zeugnis der Ursprünge der Naturheilbewegung in Deutschland.
Licht, Luft und Sonne waren wichtige Ziele auf dem angestrebten Weg zu einem
einfachen und gesunden Leben in und mit der Natur. Die heutigen Nutzer der Lauben möchten wegen der hier tatsächlich erlebbaren "Naturnähe" die Anlage erhalten. So werden von ihnen nicht nur die Lauben in Schuß gehalten, sondern seit Jahren auch die beiden Wiesen regelmäßig per Sense gemäht. Auf Grund dieser Pflege bildete sich eine Vegetation mit einer Reihe seltener Pflanzenarten. (> siehe Website Luftbad Waldwiese) |
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![]() Laube von Herrn König |
Herr König überlasst mir
für diese Nacht seine Laube. Hinter mir plätschert ein kleiner
Bergbach, über mir trillern die Vögel. Vor mir habe ich den Ausblick
auf die offene Wiese und eine Dokumentation zur Geschichte des Luftbades,
das ich nach einem Rundgang über die Wiesen und durch die Parzellen
bei Kerzenschein studiere. |
![]() Link zum Verein Luftbad Waldwiese |
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Amtsstubenmief. Herr König schildert mir die existenziellen
Probleme des Vereins: Der Forst möchte den ausgelaufenen Pachtvertrag
nicht verlängern und forderte den Abriß der gesamten Anlage,
wogegen sich der Verein zur Wehr setzt. Auch vom Kasseler Garten- und
Umweltamt erntet der Verein nur eiskalten Gegenwind. Erst vor wenigen
Wochen konfrontierte dieses Amt den Verein mit einer Verfügung zum
Abriß eines ca. 2 X 2,5 X 2 Meter großen Geräteschuppens.
Das Amt sah durch diesen schon seit Jahren bestehenden, vor kurzem sanierten
und völlig eingegrünten Schuppen unter anderem "die natürliche
Eigenart der Landschaft oder ihre Aufgabe als Erholungsgebiet beeinträchtigt."
Der Geräteschuppen wird nun vor Gericht verhandelt.
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Ganz normal. Am Nachmittag besichtige ich den "Eisenbahn-Schrebergarten
Verein Kassel". Herr Lengemann führt mich durch die Anlage mit
149 Parzellen. Er kennt sie bestens, ist hier gewissermaßen aufgewachsen.
Sein Vater leitete über 30 Jahre den Verein. Seit 1969 hat er selbst
einen Garten und seit 15 Jahren leitet nun er den Verein. So ist dieser Verein ein gutes Beispiel dafür, wie sich Menschen unabhängig von Arbeitswelt und Staat einen wesentlichen Teil ihrer Lebenswelt selbst gestalten. Wer zu dieser Gemeinschaft dazu passt, wird hier eine warme Heimat finden. Wer sich aber nicht einfügt, der wird nicht lange dabei bleiben. |
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Garteneisenbahn und Nachbildung des Herkules im Garten von Herrn Risch. |
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