Workshops & Seminare

Gehen als künstlerische Praxis

Künstler wandern seit Jahrzehnten durch zivilisationsferne Landschaften, über Industriebrachen, entlang von städtischen Rändern wie auch durch urbane Zentren. Das Gehen selbst ist lange schon eine eigenständige künstlerische Praxis. Kurz: Ein Walk = Ein Werk. Und so ist die Gruppe der Walking Artists alles andere als eine Randgruppe (wobei „Geh-Künstler” recht hölzern klingt). Insbesondere im englischen Sprachraum „läuft enorm viel” (vgl.: wakingartistsnetwork.org). Und nicht ganz nebenbei nutzen auch Schriftsteller und Fotografen das Gehen als eine Methode, finden diese mitunter mittels „aufmerksamen Herumstrolchen” zu ihrem Stoff, zu Inspiration oder einer Konzeptidee. So verwundert es nicht, dass inzwischen zahlreiche Spaziergangs-Konzepte und unterschiedliche »Formate in Fortbewegung« ausdifferenziert wurden.
In halb- bis mehrtägigen Workshops vermittelt Bertram Weisshaar einen Überblick über die unterschiedlichen Konzepte und Formate und zeigt ebenso auch Vorgehensweisen der Spaziergangsforschung, um besondere Orte zu finden und diese überraschend zu inszenieren. Meist erfolgen die Workshops in Auftrag oder in Zusammenarbeit mit einem Partner (Träger), so bereits mehrfach an der Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel. Weitere Kooperationen erfolgten beispielsweise mit dem Verband der Musik- und Kunstschulen Brandenburg (2016; Neuruppin), dem Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (2009; Potsdam), dem Bielefelder Kunstverein (2016), dem Stadtlabor Kurt-Kurt (2009; Berlin-Moabit), dem Kulturhaus Dock4 (Kassel; 2006).

Stadtwahrnehmung

So manches was offen sichtlich ist, verschwindet im Getriebe des Alltags aus der Wahrnehmung: Seien es die in allen Straßen überquellenden Stehzeuge (oft ist fälschlicherweise von Fahr-Zeugen die Rede). Oder sei es auch der Zwergstrauch, dessen Vordringen ob seinem kriechend langsamen Wachstum nicht bemerkt wird und der eines Tages „plötzlich” den Weg fast gänzlich überwuchert haben wird. Oder aber die tolle Aussicht vom obersten Deck eines Parkhauses, die jahrzehntelang ungesehen blieb: Es gibt viele Situationen und Gründe, um die vermeintlich bekannte Stadt von Zeit zu Zeit einmal aus ungewöhnlicher Perspektive erneut zu entdecken. Diese mitunter experimentellen Annäherungen an den Alltag reflektieren nicht ganz nebenbei auf jene sozialen und gesellschaftlichen Bedingungen, innerhalb derer Planung und Gestaltung überhaupt nur stattfindet. Denn genau um diese Reflexionen geht es der Spaziergangsforschung insbesondere.

Kompakt-Seminare oder Workshops sind geeignete Formate, um beispielsweise mit Studierenden diese Annäherungsweisen einmal exemplarisch durchzuspielen. Bertram Weisshaar hat zahlreiche solche Stadtwahrnehmungs-Seminare gestaltet, z.B. für: Universität für angewandte Kunst Wien (Klasse Landschaftsdesign; 2009 + 10), Hochschule Luzern (Department Design & Kunst; 2009), Universität Leipzig (Master-Studiengang Urban Management; 2006 + 07), Universität Viadrina in Frankfurt a.d.Oder (Studiengang Kulturwissenschaften; 2003), FH Nürtingen (Intern. Master of Landscape Architecture; 2003), HTWK Leipzig (Studiengang Architektur; 2003)

Stehzeuge  

[Hinweis für Journalisten: Ein Lehrauftrag ist NICHT gleichbedeutend mit Lehrstuhl! Und ein Dozent oder Lehrbeauftragter ist nicht schon gleich auch Professor. Hintergrund: Ein Journalist schrieb es vor Jahren einmal falsch in einer Zeitung und seither schreibt einer vom anderen das Falsche ab. Der Fehler ist kaum mehr aus der Welt zu bekommen.]