Das Buch zum DENKWEG

»Gehen« eröffnet auch im 21. Jahrhundert unmittelbare Einblicke in unsere Lebenswelt. Fernab der Informationsflut und der Schnelllebigkeit des Internets ermöglicht Wandern oder Pilgern direkte und sinnliche Erfahrungen – und erfreut sich steigender Beliebtheit. Ausgehend hiervon entwirft der Spaziergangsforscher Bertram Weisshaar einen neuartigen Wanderweg, den er »Denkweg« nennt und der als (um)weltlicher Pilgerweg konzipiert ist. Sein Weg ist ein Querschnitt durch das Land, führt durch Wanderparadiese und zu bedeutungsvollen Orten, aber auch zu fragwürdigen Hinterlassenschaften. Er beschreibt das Konzept des Denkweges und lässt uns teilhaben an seiner Wanderung, die ihn von Aachen nach Zittau führt. Nicht zuletzt weckt er damit die Lust, diesen Weg in Abschnitten oder auch in Gänze selbst zu gehen. »Die Länge der Strecke ist dabei eine nur kleine Herausforderung«, so der Autor. Im positiven Sinne anspruchsvoll ist eher die Fülle an Schönheit und Widersprüchlichkeit – und das Erlebte als zusammenhängendes Ganzes zu denken. (Verlagsankündigung des Buches)
BEISPIELSEITEN: Einblicke in das Buch mit einigen Textauszügen und Fotobeispielen finden sich >> hier
BESTELLUNG: Das Buch kann gerne auch direkt beim Autor / Atelier Latent bestellt werden >> per Email
PRESSEMITTEILUNG  zum Buch >>hier 
Radio-Interview auf MDR Kulturradio >> hier

Die Fahrt nach Tahiti

Kassel. Die 1987 von Lucius Burckhardt zusammen mit der studentischen Projektgruppe Spaziergangswissenschaft in Kassel inszenierte »Fahrt nach Tahiti« wird in zahlreichen Publikationen angeführt als der Ur-Spaziergang der Spaziergangswissenschaft. An sich schon Grund genug, diesen die Anfänge der Spaziergangswissenschaft in besonderer Weise markierenden Walk in eine zeitaktuelle Form zu übersetzen. Bemerkenswerte Bedeutung entwickelte die Spaziergangswissenschaft zudem für die diesjährige documenta 14. Dessen Leiter Adam Szymczyk erklärte in einem seiner ersten Interviews: „Burckhardt […] hat sich mit der Landschaft auseinandergesetzt, und seine Methoden sind sehr künstlerisch. […] Er verließ den Seminarraum, um sich bewegend der Wirklichkeit anzunähern […] Und diese Ideen finde ich auch für meine Documenta interessant: dem gesetzten Rahmen zu entkommen und sich selbst zu verlieren.” (DIE ZEIT, 27.12.2013 Nr. 01) Auch werden einige „landschafts-theoretische” Aquarelle von Burckhardt in der documenta 14 gezeigt. Bereits zuvor wurden in monatlich stattfindenden Veranstaltungen im Workshop-Raum „Peppermint“ ausgewählte Bücher aus Burckhardt’s Bibliothek ausgepackt und gelesen – und stehen während der documenta zu Recherchen täglich bereit.

Rechtzeitig zum dreißigsten Jahrestag wurde die »Fahrt nach Tahiti« von Bertram Weisshaar mittels dem Medium Audio-Walk neu aufgelegt. Damit ist es nun möglich, mittels Kopfhörer den damaligen Spaziergang in dem Naturschutzgebiet Dönche in Kassel individuell nachzuvollziehen: Die selben Textauszüge aus Georg Forster’s „Reise um die Welt” wurden vom selben Schauspieler eingesprochen und sind an den selben Orten nun zu hören. Einige zusätzliche Hörstationen ergänzen Hinweise zur Aktualisierung der Frage „Warum ist Landschaft schön?”, die sich durch die Veränderungen in der Landschaft während der letzten drei Jahrzehnte ergeben.
Veröffentlicht wurde »Die Fahrt nach Tahiti« auf der Plattform talk-walks.de 

Das Magazin StadtZeit Kassel berichtete in einem längeren Artikel von der Fahrt nach Tahiti >>Download
(StadtZeit Kassel Magazin, Nr. 81, August/September 2017)

Abenteuer Aue

Literarischer Spaziergang durch den Fechenheimer Mainbogen • Frankfurt am Main.
Wir gehen auf große Entdeckungsfahrt. Gesucht wird jene Landschaft, die in den kommenden Jahren erst noch wiederentstehen soll: Der Fechenheimer Mainbogen im Osten des Frankfurter GrünGürtels soll Schritt für Schritt zu einer naturnahen Auenlandschaft entwickelt werden: Der „Große Altarm“ wird sich auf einer Länge von fast zwei Kilometern durch den Mainbogen ziehen. Mit wechselnden Breiten und Tiefen kann er einer Vielzahl von wasserbewohnenden Tieren und Pflanzen Lebensraum bieten. Und der jetzige Rest des Auwaldes soll um das Doppelte vergrößert werden. Neue Wege mit Brücken und Stegen über den Altarm werden die zukünftige Auenlandschaft erschließen.
Um aber schon heute den imaginierten Alt-Main leichter finden zu können, nehmen wir Bücher anstatt Fernrohre mit auf die Reise – haben doch von je her die Berichte der Entdecker und Weltumsegler unsere Fantasie beflügelt. Insofern sind neben einem Landschafts-Soundtechniker mit an Bord: Georg Forster (1754–1794), David Livingstone (1813–1873), Charles Darwin (1809–1882), Alfred Russel Wallace (1823–1913), Alexander von Humboldt (1769–1859) und Maria Sybilla Merian (1674–1717). Auskünfte zur zukünftigen Landschaft erteilen Eva-Maria Hinrichs und Rainer Zimmermann vom Umweltamt der Stadt Frankfurt am Main. Termin: So., 25. Juni 2017
Download der ausgewählten Text >>  Zitate_AbenteuerAue
SoundScapes / Im Wasser lauschen:
Unterwasser/Hydorphon-Aufnahme im Teich (Altwasser)
Unterwasser/Hydrophon-Aufnahme im Main

Radtour zum Tag der Städtebauförderung


Dessau
. Sowohl fertig gestellte Projekte als auch Baustellen werden im Rahmen einer Radtour anlässlich des Tags der Städtebauförderung vorgestellt. Die geförderten Projekte „Quartier Flössergasse”, „Begegnungstätte Hobuschstraße”, „Wohnblock Poststraße”, „Alte Bäckerei Johannisstraße”, „Antoniettenstraße” und das Projekt „Räucherturm/Andershalle” stehen im Fokus der Tour. Der darauf folgende Abschnitt gleicht dann mehr einer Spazier-Fahrt entlang von Szenen, die an schräge Road-Movies erinnern. Begleitet wird die Tour durch die Beigeordnete für Stadtentwicklung und Umwelt Christiane Schlonski und den Beigeordneten für Gesundheit, Soziales und Bildung Jens Krause; Moderation Bertram Weisshaar.
2015 fand erstmals der bundesweite “Tag der Städtebauförderung” statt, um der Öffentlichkeit Informationen zu Aufgaben, Umsetzung und Ergebnissen der Städtebauförderung näher zu bringen. Der Tag ist ein Gemeinschaftsprojekt von Bund, Ländern, Deutschem Städtetag und Deutschem Städte- und Gemeindebund.
Am 13. Mai 2017, Start um 10.00 Uhr im Quartier Flössergasse. Treffpunkt: Parkplatz, nahe Marktplatz Dessau.
Das ausführliche Programm mit den Stationen der Tour findet sich hier >>

TALK WALK Frankfurt Innenstadt

Frankfurt am Main. Wie kaum eine andere deutsche Stadt vergleichbarer Größe ist Frankfurt geprägt von anhaltendem Einwohnerzuwachs und enormer städtebaulicher Dynamik. Dies wird insbesondere deutlich im Zentrum von Frankfurt. Das Innenstadt-Konzept stellt sich den aus diesem Wachstum entwachsenden Aufgaben und Problemen, formuliert dabei zugleich Ziele zur Stadtreparatur wie auch zur spannungsvollen Weiterentwicklung des Zentrums. Dieser Audio-Walk führt an markante Orte, an welchen die raschen Veränderungen oder auch die Herausforderungen zur Sprache kommen.
Zur Mitwirkung konnten durchweg renommierte und kompetente „Talk-Gäste” gewonnen werden: Immobilienunternehmer Rainer Ballwanz, Pfarrerin Andrea Braunberger-Myers, Planungsamtleiter Martin Hunscher, Stadtrat Mike Josef, Architekt Prof. Jochem Jourdan, Architekt Prof. Christoph Mäckler, Kulturamtsleiterin Carolina Romahn, Planerin Prof. Ursula Stein sowie Michael Hootz, Markus Radermacher, Nils Schalk und Jörg Stellmacher-Hein vom Stadtplanungsamt Frankfurt am Main.
Dieser Audio-Walk wurde durch Planungsdezernent Mike Josef den Medien vorgestellt und steht seither zum kostenlosen Download bereit auf der Plattform talk-walks.de 

Quartiers-Spaziergang mit Oberbürgermeister Burkhard Jung

Leipzig. Auf Initiative der Leipziger Ortsgruppen von FUSS e.V. und Verkehrsclub Deutschland (VCD) verlegt Oberbürgermeister Burkhard Jung seine Bürgersprechstunde ein weiteres mal auf die Straße: Der Quartiers-Spaziergang 2017 lenkt den Blick aus Fußgänger-Perspektive auf die Alltagssituationen. Entlang einer zuvor recherchierten Route werden anhand der konkreten Situationen die Belange einer fußgängerfreundlichen Stadt erörtert.
Dieser bereits dritte OBM-Spaziergang widmet sich dem Stadteil Großzschocher und damit einem eher etwas abgelegenen Quartier. Die beiden vorangegangenen Rundgänge führten entlang dem Innenstadtring (2015) und durch das zentrumsnahe Kolonnadenviertel (2016). Die örtliche Presse hatte jeweils ausführlich darüber berichtet.
Termin: 4. April 2017. Mit Bertram Weisshaar (für FUSS e.V.) und Florian Quitzsch (für VCD).

Radio mephisto 97.6 berichtete über den Spaziergang, zu dem sich zahlreiche Teilnehmer eingefunden hatten. Fotos: Florian Quitzsch

7-Tage-Wander-Expedition

EISENACH bis KASSEL. Diese DENKWEG-Exkursion 2017 bietet eine geführte Wandertour für bis zu zwölf Teilnehmer. Beginnend in Eisenach geht es in sieben Tagesetappen bis nach Kassel – entlang von „Relikten der Großelternlandschaft“ und „Lebensmittelproduktionsflächen“, über die Salzhalde „Monte Kali“, vorbei am „Grünen Band“ und zu einem Demonstrationsbetrieb für ökologische Landwirtschaft. Somit führt diese Tour durch ausgesprochene Wandergebiete und zu besonderen Orten, wie auch zu fragwürdigen Hinterlassenschaften – ein Weg zwischen Schönheit und Schrecken. Damit öffnet sich noch einmal ein neues, auch sinnliches Fenster zu Themen eines nachhaltigen Lebensstils. Diese Exkursion folgt dem Denkweg von Eisenach bis nach Kassel erstmals als geführte Tour. Sie enthält auch etwas anspruchsvolle Etappen und erfordert daher eine gewisse körperliche Kondition und Übung.
Von Samstag, 10. Juni
bis Freitag, 16. Juni 2017

Download Ankündigung >>Ankündigung Exkursion2017

Münchner Freiräume: KONTRASTE

München. Eine Entdeckungstour durch den Stadtteil Obersendling und entlang der Isar untersuchte die Vielfalt der Münchner Freiräume. Im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung zur Freiraumkonzeption lud das Referat für Stadtplanung und Bauordnung ein zu diesem Stadtspaziergang. Begleitet wurde dieser Streifzug von Atelier Latent, unterstützt durch GreenCity München.
Freitag, 3.02.2017, 14 – 17 Uhr

Fotos: Lukas Barth; für Stadt München

Rückblick auf die Zukunft

Dessau. Die TRIENNALE DER MODERNE rückt alle drei Jahre die Architektur der Moderne in den Fokus der Öffentlichkeit. Ausgangspunkt sind die UNESCO-Welterbestätten in den Städten Berlin, Dessau und Weimar. Das Programm der Triennale 2016 bezieht sich auf den Aspekt der Freiräume in der Architektur von Walter Gropius: „Licht, Luft und Sonne waren der Inbegriffe für die Architektur der Moderne, die den Menschen von allem historischen Ballast befreien und für jede soziale Schicht Gültigkeit haben sollten. […] So wurde die architektonische Formensprache auf das Wesentliche reduziert, um maximale Freiräume zu erzielen. Innen- und Außenräume wurden neu in Beziehung gesetzt.

Wie vielfältig dabei das Spektrum an Gestaltungsaufgaben- und lösungen war, lässt sich beispielhaft an den Dessauer Bauhausbauten von Walter Gropius erleben. Bis heute sind Transparenz und Klarheit die herausragenden Merkmale …“ Soweit die tradierte Geschichtsschreibung. Doch wie sieht die seinerzeit gebaute Zukunft neun Jahrzehnte später nun aus? Und welche Versprechungen und dem Bauhaus entgegengebrachte Polemik haben sich eingelöst oder aber aufgelöst? Zwei von Atelier Latent gestaltete Talk Walks nähern sich diesen Perspektiven:

TALK WALK »Rückblick auf das neue Siedeln«

Dieser Walk durch die Siedlung Dessau-Törten richtet den Fokus auf die Gärten, gehört doch zu jedem Haus ein Garten von ca. 400 qm, um im Sinne einer „halbländlichen Siedlung“ die Lebenshaltungskosten zu senken, durch eigenen Obst- und Gemüseanbau sowie Kleintierhaltung. Die Bewohnerstruktur wies in den 1930er-Jahren denn auch einen überwiegenden Anteil der unteren bis mittleren Einkommensschichten auf. Doch kaum jemand möchte arm leben und so hat sich einiges verändert.
Sa., 24.09. & So., 25.09.2016

TALK WALK »Mit Erfolg gescheitert. Gescheitert zum Erfolg«
Das (historische) Bauhaus bestand nur 14 Jahre. Zweimal konnte es seine Weiterexistenz durch den Umzug in eine andere Stadt retten. Doch zuletzt, in Berlin im April 1933 wurde das Bauhaus auf Veranlassung der Dessauer Staatsanwaltschaft durchsucht und wegen angeblich entdecktem kommunistischen Propagandamaterials versiegelt, worauf es sich kurz darauf selbst auflöste. Die Nationalsozialisten hatten damit das längst international erfolgreiche Bauhaus zur Strecke gebracht. Dieser Walk durch die Dessauer Innenstadt rekapituliert einige Stationen der Nazi-Agitation, die „eine der markantesten Stätten jüdisch-marxistischen ‚Kunst′-Willens von deutscher Erde verschwinden“ lassen wollte. So wurden beispielsweise in Dessau bereits im Juli 1933 in einem Schaufenster Bauhausbilder als „entartete Kunst“ ausgestellt – bereits vier Jahr bevor sich dieses Spektakel in München wiederholte.
Sa., 24.09. & So., 25.09.2016

WORKSHOP »Gehen & Verstehen«

Der Bielefelder Kunstverein stellt mit der thematischen Ausstellung ASYLUM (27.08. – 30.10.2016) künstlerische Initiativen und Konzepte zur Diskussion, die das Potential von Kunst als widerständigen Erfahrungsraum zum Ausdruck bringen und den komplexen Fragestellungen von Flucht, Migration und Integration eine Plattform bieten. Im Rahmen des umfangreichen Rahmenprogramms gestaltet Atelier Latent einen Workshop und einen Vortrag. (Teilnahme kostenfrei)

Workshop »Gehen & Verstehen« Das Gehen ist die unmittelbarste Art und Weise sich ein Bild der Welt zu verschaffen. Zugleich ist das gemeinsame Gehen oder das Spazieren-Führen ein besonderes Mittel um miteinander in Austausch zu treten – über das, was einem des Weges begegnet. Der Workshop vermittelt Hinweise, wie gestaltete Walks entwickelt werden können und was dabei vielleicht zu beachten ist.
Sa., 3.09.2016, 10 Uhr bis 15 Uhr
Vortrag »Spaziergangsforschung in der Praxis« Durch Braunkohlegruben und Industriebrachen, durch Stadtzentren und abseitige Zonen – Bertram Weisshaar nimmt seit über zwanzig Jahren Menschen mit auf seine Spaziergänge. In dem Vortrag berichtet er aus einer eigenen Praxis als Spaziergangsforscher, gibt aber auch einen kleinen Überblick über andere Protagonisten und „Formate in Fortbewegung“.
Sa., 3.09.2016, 16 Uhr